Es gibt einige Irrtümer und Vorurteile zum Thema Psyche und Krebs.
Hier finden Sie die drei populärsten – und ihre Widerlegung.

 

1. „Du musst positiv denken, damit der Krebs nicht wiederkommt!“
Das ist ein Satz, den viele Betroffene von ihren Angehörigen (und manchmal sogar von ihren Behandler*innen) hören. Es gibt viele Varianten dieses Satzes:

  • Du musst jetzt stark sein!
  • Wir müssen nur nach vorne schauen!
  • Reden über Krebs zieht Dich nur runter!

Diese Behauptung ist als eine der ersten in der psychoonkologischen Forschung untersucht worden. Die Ergebnisse der Studien, die verlässlich und methodisch sauber durchgeführt wurden, zeigen: es gibt keinen Beweis dafür, dass es nur den „Kämpfern“ gelingt, den Krebs zu besiegen. Wenn es also Momente gibt, in denen Sie sich schwach und hilflos fühlen, müssen Sie sich keine Sorgen machen, dass Ihre Gefühle Ihre Heilungschanchen mindern. Suchen Sie das Gespräch mit der Psychoonkologie, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie Unterstützung brauchen.

 

2. „Tränen nähren den Krebs.“
Dies ist eine weitere Variante von „Du musst positiv denken“, aber eine besonders gemeine noch dazu. Denn was soll man tun, wenn man so traurig ist, dass auch mal die Tränen fließen?
Ein Mensch, der viel weint, hat keinesfalls schlechtere Chancen, den Krebs zu besiegen, als ein Mensch, der seine Trauer und Verzweiflung unterdrückt. Im Gegenteil: Es gibt unzählige Studien, die den positiven Nutzen psychoonkologischer Gespräche nachweisen.

 

3. „Der Krebs kommt vom Stress.“/„Du hast eben eine Krebspersönlichkeit.“
Begünstigt Stress die Entstehung von Krebs?
In der Menschheitsgeschichte wurde dem „Krebs“ schon immer eine mythische Funktion zugeschrieben, die in fast allen Gesellschaften etwas mit Schuld, Strafe oder Sühne zu tun hatte.

Deshalb konzentrierte sich die Psychoonkologie als eine junge Wissenschaft, die in den frühen 1970er-Jahren ihre Anfänge hatte, anfangs vor allem auf die Frage, ob psychische Faktoren oder Persönlichkeitsmerkmale die Krebsentstehung begünstigen können.
So wurde in den 80er Jahren postuliert, es gebe eine „Krebspersönlichkeit“, die als „Typ C Persönlichkeit“ bezeichnet wurde.  Es zeigte sich jedoch im Verlauf der Jahre mittels großer, wissenschaftlich nach den besten Standards erfolgter Studien, dass es wissenschaftlich nicht haltbar ist, dass gewisse Persönlichkeitsmerkmale zur Entstehung von Krebs führen.

 

Es gibt keine Krebspersönlichkeit.

© 2020 CIO Bonn