HodentumorenBildunterschrift: (v. l.) Dr. Richard Weiten und Thomas Büttner, Assistenzärzte der Klinik für Urologie am UKB, wurden von der NRW Gesellschaft für Urologie e. V. für ihre neuen Erkenntnisse in der Tumorforschung ausgezeichnet. Bildnachweis: Universitätsklinikum Bonn (UKB) / J.F. Saba

 

 

Neue Erkenntnisse zu Hodentumoren und Nierenzellkarzinom

Urologen des Universitätsklinikums Bonn ausgezeichnet

 

Bonn, 18. Mai 2022 – Die beiden Assistenzärzte der Klinik für Urologie am UKB Dr. Richard Weiten und Thomas Büttner wurden von der NRW Gesellschaft für Urologie e. V. für ihre neuen Erkenntnisse in der Tumorforschung ausgezeichnet.

Auf dem jährlichen Kongress der NRW Gesellschaft für Urologie e. V. wurden im April zwei Assistenzärzte der Klinik für Urologie am UKB für ihre Tumor-Forschung ausgezeichnet. Dr. Richard Weiten erhielt den mit 2.500 Euro dotierten wissenschaftlichen Paul-Mellin-Preis für seine Zellkultur-Forschung zu Hodentumoren im metastasierten Stadium. „Hodentumore sind die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Männern zwischen dem 25. und 44. Lebensjahr. 10 bis 15 Prozent der metastasierten Patienten sprechen nicht oder nur unzureichend auf eine Cisplatin-basierte Erstlinientherapie an, die Prognose für die mitunter sehr jungen betroffenen Männer ist dann sehr schlecht. Wir haben nun erstmals die mögliche Zusammenwirkung des Tumor-Biomarkers miRNA-371-3p in der Entstehung einer Resistenz gegen Cisplatin, einem Wirkstoff gegen bösartige Tumore, zeigen können. Das könnte Patienten in Zukunft weiterhelfen, die nicht auf eine Chemo-Therapie ansprechen“, so Dr. Weiten.

Daneben wurde auch eine UKB-Studie zum Nierenzellkarzinom, einem Tumor, der das Nierengewebe betrifft, auf dem Kongress ausgezeichnet. In Kooperation mit dem Labor der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde des UKB stellte Assistenzarzt Thomas Büttner fest, dass sich in einer einfachen Blutprobe anhand einer Veränderung der DNA im sogenannten „SHOX2“-Genlokus – der die physische Position eines Gens beschreibt – feststellen lässt, ob eine hohe Wahrscheinlichkeit für ein Wiederkehren des Tumors nach Operation besteht. „Diese neue Erkenntnis ermöglicht es uns, besser zu beurteilen, welche Patientinnen und Patienten mit Nierenzellkarzinom von einer Immuntherapie nach Operation profitieren würden“, so der Preisträger des klinischen Posterpreises, der ebenfalls mit 500 Euro dotiert ist.

 

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