Symbolbild Tabletteneinnahme: - Über das Smartphone sollen sich Informationen zur Krebstherapie abrufen lassen.

 

Fit für den richtigen Umgang mit Tabletten gegen Krebs

Im Mai startet das von der Deutschen Krebshilfe geförderte Projekt ANIMATE an den Universitäten Bonn und Köln

 

Wie können Krebspatient:innen am besten die Kompetenz erwerben, Informationen über ihre Medikamente zu finden, zu verstehen und daraus die richtigen Handlungen abzuleiten? Die Universitäten Bonn und Köln entwickeln und evaluieren gemeinsam digitale Schulungen für Patient:innen zum richtigen Umgang mit Krebsmedikamenten. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt „ANIMATE“ in den nächsten drei Jahren mit mehr als 370.000 Euro. Das Vorhaben startet im Mai.

Immer häufiger werden Krebserkrankungen mit Tabletten behandelt. Diese so genannte „orale Antitumortherapie“ ermöglicht den Patient:innen durch eine selbstständige Einnahme mehr Unabhängigkeit im Alltag - gleichzeitig erhöhen sich die Anforderung an die Betroffenen bei der Umsetzung der teilweise komplexen Therapien. Für den sicheren Umgang mit ihren Tabletten benötigen die Patient:innen die Fähigkeit, Informationen über ihre Medikamente zu finden, zu verstehen und daraus die richtigen Handlungen abzuleiten. Diese Fähigkeit wird als „Arzneimittelkompetenz“ bezeichnet.

Aus diesem Grund haben es sich die Universitäten Bonn und Köln im gemeinsamen Kooperationsprojekt „ANIMATE“ zur Aufgabe gemacht, digitale Schulungsinhalte zu entwickeln, die Patient:innen im Umgang mit ihren Krebsmedikamenten unterstützen. Die Deutsche Krebshilfe fördert dieses Vorhaben in den nächsten drei Jahren mit über 370.000 €. Das Projekt startet im Mai 2026 und baut auf dem erfolgreichen Vorgängerprojekt „AMIKO“ (https://www.uni-bonn.de/de/neues/013-2023) auf, in dem ein wissenschaftliches Instrument zur Messung der Arzneimittelkompetenz entwickelt wurde.

 

Digitale, passgenaue Unterstützung als Schlüssel

 

„Bei einer Krebstherapie mit Tabletten tragen die Patient:innen eine große Verantwortung für den Erfolg und die Sicherheit ihrer Therapie“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Ulrich Jaehde vom Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn. „Es ist besonders wichtig, dass sie Informationen zu Einnahme, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen verstehen und im Alltag richtig umsetzen können.“ Im Rahmen von ANIMATE soll eine digitale und an die individuellen Kompetenzen der Patient:innen adaptierte Schulung entwickelt werden. „Ziel ist es, passgenaue Schulungsinhalte nutzerfreundlich und intuitiv über eine Web-basierte Anwendung anzubieten“, erklärt Prof. Dr. Stephan Jonas vom Institut für Digitale Medizin des Universitätsklinikums Bonn und der Universität Bonn.

Die Schulungsinhalte werden in einer Studie mit 100 teilnehmenden Patient:innen aus mehreren onkologischen Praxen und öffentlichen Apotheken getestet. Zur Messung der Arzneimittelkompetenz wird der Fragebogen aus dem AMIKO-Projekt genutzt, der vor kurzem veröffentlicht wurde (https://www.nature.com/articles/s41598-026-46355-7). Auf diese Weise werden die Kompetenzbereiche ermittelt, in denen individueller Unterstützungsbedarf besteht.

Das Projektteam des Instituts für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) der Uniklinik Köln unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Nicole Ernstmann übernimmt im ANIMATE-Projekt die formative Begleitevaluation. „Uns interessiert, wie die Patient:innen die digitale Schulung im Alltag erleben, annehmen und welchen Nutzen sie für die Teilnehmenden hat“, erläutert Prof. Ernstmann. Hierfür werden halbstrukturierte Interviews mit den Patient:innen geführt und teilnehmende Beobachtungen durchgeführt.

Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, die Sicherheit und Wirksamkeit der oralen Antitumortherapie weiter zu verbessern und Patient:innen gezielt zu unterstützen. 

 

 

Prof. Dr. Ulrich Jaehde
Abteilung Klinische Pharmazie
Pharmazeutisches Institut
Transdisziplinäre Forschungsbereiche „Modelling“, „Life & Health“ und „Sustainable Futures“
Universität Bonn
Tel. +49 228 73-5252
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Prof. Dr. Nicole Ernstmann
Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft
Universität zu Köln
Tel. +49 221 478-97146
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Prof. Dr. Stephan Jonas
Institut für Digitale Medizin
Universitätsklinikum Bonn und Universität Bonn
Tel. +49 228 287-52182
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

 


Das Centrum für Integrierte Onkologie – CIO Bonn ist das interdisziplinäre Krebszentrum des Universitätsklinikums Bonn. Unter seinem Dach arbeiten alle Kliniken und Institute am Universitätsklinikum zusammen, die sich mit der Diagnose, Behandlung und Erforschung aller onkologischen Erkrankungen befassen. Das CIO Bonn gehört zum bundesweiten Netzwerk ausgewählter Onkologischer Spitzenzentren der Deutschen Krebshilfe. 2018 wurde aus dem seit 2007 bestehenden CIO Köln Bonn mit den universitären Krebszentren aus Aachen, Köln und Düsseldorf das "Centrum für Integrierte Onkologie - CIO Aachen Bonn Köln Düsseldorf" gegründet. Gemeinsam gestaltet dieser Verbund die Krebsmedizin für rund 11 Millionen Menschen.

Zum Universitätsklinikum Bonn: Im UKB werden pro Jahr über 480.000 Patient*innen betreut, es sind 8.800 Mitarbeiter*innen beschäftigt und die Bilanzsumme beträgt 1,5 Mrd. Euro. Neben den über 3.300 Medizin- und Zahnmedizin-Studierenden werden pro Jahr weitere 580 Frauen und Männer in zahlreichen Gesundheitsberufen ausgebildet. Das UKB steht im Wissenschafts-Ranking auf Platz 1 unter den Universitätsklinika (UK) in NRW, weist den vierthöchsten Case Mix Index (Fallschweregrad) in Deutschland auf und hatte 2020 als einziges der 35 deutschen Universitätsklinika einen Leistungszuwachs und die einzige positive Jahresbilanz aller Universitätsklinika in NRW.

 

 

 

 

 

 

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