Erleben psychogener, nichtepileptischer Anfälle im Behandlungsverlauf
ISRCTN | NCT
Erleben psychogener, nichtepileptischer Anfälle im Behandlungsverlauf
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Primäres Studienziel
Die Patient*innen werden nach Diagnosestellung anhand eines selbst erstellten Interviewleitfadens (Protokollbogen zum Erleben psychogener, nicht-epileptischer Anfälle im Behandlungsverlauf, PEB) nach ihrem subjektiven Erleben vor, während und nach psychogenen, nichtepileptischen Anfällen offen befragt. Im Anschluss erfolgt eine Nachfrage im Hinblick auf aufdrängende Erinnerungen, dissoziative Symptome, Emotionen, Kognitionen/Gedanken und Körperwahrnehmungen. Weitere Fragen betreffen die aktuelle Anfallsfrequenz, wahrgenommene Anfallsauslöser, außerhalb von Anfällen auftretende aufdrängende Erinnerungen und Alpträume, das bestehende Krankheitsverständnis, die Akzeptanz der Diagnose und das Vorliegen einer aktuellen oder vergangenen psychiatrischen/psychosomatischen bzw. psychotherapeutischen Behandlung. Zu weiteren Zeitpunkten (nach 3, 6 und 12 Monaten) werden die Patient*innen erneut nach ihrem subjektiven Anfallserleben befragt. Zusätzlich erfolgen detaillierte Fragen zu seit Diagnosestellung eingenommenen Medikamenten und durchgeführten Therapien. Die Fragen beziehen sich auf Umfang und Modalität (ambulant/stationär/teilstationär), sowie auf die inhaltliche Ausrichtung (z.B. Verhaltenstherapie / Tiefenpsychotherapie) und eingesetzte Techniken (z.b. Trauma-Exposition) der Therapien. Sollten in den Therapien aufdrängende Erinnerungen traumatischer Lebensereignisse behandelt worden sein wird zudem kategoriell gefragt, welche Art von Traumatisierungen aufgetreten sind und wie oft es derzeit noch zu entsprechenden intrusiven Erinnerungen bzw. Alpträumen kommt.
Sekundäre Studienziele
Zu den angegebenen Zeitpunkten (T0, T1, T2, T3) wird der diagnostische Status und Schweregrad einer posttraumatischen Belastungsstörung festgestellt. Hierzu wird die "Life-Events Checklist for DSM-5" (LEC-5, deutsche Version) sowie die "Posttraumatic Stress Disorder Checklist" (PCL-5, deutsche Version) oder die "Clinician Administered PTSD Scale for DSM-5" (CAPS-Interview, deutsche Version) angewandt. Zudem wird das "State-Trait Anger Expression Inventory-2" (STAXI-2, deutsche Version), das "Affective Style Questionnaire" (ASQ, deutsche Version) und das "State-Trait Anxiety Inventory" (STAI, deutsche Version) angewandt. Hierdurch werden Ärgerausdruck, Emotionsregulation und Angsterleben festgehalten. In einem weiteren Schritt sollen genetische Besonderheiten der Population ermittelt werden, weshalb eine Blutentnahme und eine genetische bzw. epigenetische Analyse erfolgt.
Einschlusskriterien
Geschlecht: Alle Mindestalter: 18 Jahre Höchstalter: 65 Jahre Patienten mit Diagnosen aus dem Bereich der neurotischen, Belastungs- und somatoformen Störungen (ICD-10 F40-F48), der Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (ICD-10 F60-F69) und/oder der Verhaltens- und emotionalen Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend (ICD-10 F90-F98). Vorheriger Nachweis der entsprechenden Erkrankung durch eine Video-EEG-Untersuchung (ggf. als Ausschlussdiagnose).
Ausschlusskriterien
Fehlende Einwilligungsfähigkeit, akute Suizidalität, stattgehabte Hirnoperation. Bestimmte infektiöse und parasitäre Krankheiten (ICD-10 A00-B99), bösartige Tumorerkrankungen (ICD-10 C00-C97), organische psychische Störungen (ICD-10 F00-F09), Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (ICD-10 F10-F19), Schizophrenie, schizotypie und wahnhafte Störungen (ICD-10 F20-F29), Intelligenzstörungen (ICD-10 F70-F79), Entwicklungsstörungen (ICD-10 F80-F89), Systematrophien, die vorwiegend das Zentralnervensystem betreffen (ICD-10 G10-G14), Sonstige degenerative Erkrankungen des Nervensystems (ICD-10 G30-G32), zerebrovaskuläre Krankheiten (ICD-10 I60-I69), Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (ICD-10 ICD-10 O00-O99).




