IMPACT-EU startet am Universitätsklinikum Bonn

Gemeinsam für starke psychosoziale Unterstützung von Kindern mit Krebs

Bonn, 17. Februar 2026 – Am Universitätsklinikum Bonn (UKB) startet das europäische Projekt IMPACT-EU mit einem klaren Ziel: die psychosoziale Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Krebs und ihren Familien nachhaltig zu stärken. Denn neben einer modernen, interdisziplinären Medizin auf dem neuesten Stand der Forschung brauchen junge Patientinnen und Patienten vor allem Halt, Orientierung und verlässliche Begleitung – vom Zeitpunkt der Diagnose über die gesamte Behandlung bis hin zum Übergang in die Erwachsenenmedizin.

 

Das von der Europäischen Union kofinanzierte Projekt setzt sich dafür ein, europaweit einheitliche Standards für die psychosoziale Begleitung in der pädiatrischen Onkologie zu entwickeln und umzusetzen.

2022 erhielten europaweit rund 14.000 Kinder und Jugendliche die Diagnose Krebs. Trotz Überlebensraten zwischen 74 und 90 Prozent (SIOPE OCEAN, 2024) bleibt Krebs die häufigste krankheitsbedingte Todesursache in dieser Altersgruppe. Gleichzeitig wächst die Zahl der Überlebenden stetig: Bis 2030 wird es in Europa schätzungsweise rund 750.000 Kinderkrebsüberlebende geben. Viele von ihnen kämpfen langfristig mit emotionalen und sozialen Folgen der Erkrankung und Therapie – etwa mit Stressbelastungen, kognitiven Einschränkungen oder sozialer Isolation. Eine umfassende psychosoziale Versorgung ist daher entscheidend, um Langzeitfolgen zu verringern und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Zwar bemühen sich viele europäische Gesundheitssysteme, diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, doch bestehen weiterhin deutliche Unterschiede im Zugang zu psychosozialen Angeboten. Genau hier setzt IMPACT-EU an: Durch die enge Verzahnung von medizinischer und psychosozialer Versorgung sowie die Zusammenarbeit mit Patientenorganisationen sollen Versorgungslücken geschlossen und bewährte Konzepte europaweit zugänglich gemacht werden.

Das UKB übernimmt innerhalb des Projekts eine zentrale Rolle. Die kinderonkologische Abteilung unter der Leitung von Prof. Dagmar Dilloo – eingebettet im Centrum für Integrierte Onkologie Bonn (CIO Bonn) am UKB – ist ebenso beteiligt wie die Arbeitsgruppe für Lebensqualität und Survivorship Care unter Leitung von Dr. Gabriele Calaminus. Gemeinsam erstellen die Bonner Expertinnen und Experten eine europaweite Übersicht bestehender psychosozialer Angebote. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen, Bedarfe zu identifizieren und daraus konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Am UKB ist psychosoziale Versorgung seit Jahren fest verankert: Ein starkes interdisziplinäres Team begleitet Kinder, Jugendliche und ihre Familien durch alle Phasen der Erkrankung. Zudem engagiert sich das UKB in zahlreichen Projekten zur Erfassung des subjektiven Gesundheitszustands und der Lebensqualität von Patientinnen, Patienten und Eltern. Auch die Umsetzung multidisziplinärer Leitlinien in der Langzeitnachsorge wird hier aktiv vorangetrieben. Unterstützt wird diese Arbeit vor Ort maßgeblich vom Förderkreis für krebskranke Kinder Bonn e. V., der die psychosoziale Betreuung großzügig fördert und ihre kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglicht.

„Unser Ziel ist, dass kein Kind und keine Familie mit Krebs allein gelassen wird“, sagt Victoria Michelle Link, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie am UKB. „Mit IMPACT-EU bringen wir unsere Erfahrung in ein starkes europäisches Netzwerk ein – für eine psychosoziale Versorgung, die wirklich ankommt.“

 

IMPACT-EU verfolgt dabei vier zentrale Schwerpunkte:

  • Entwicklung europaweiter Standards für die psychosoziale Versorgung in der pädiatrischen Onkologie, um eine einheitliche und qualitativ hochwertige Unterstützung länderübergreifend sicherzustellen
  • Aufbau von Trainingsangeboten und Implementierungsstrategien zur Stärkung der Kompetenzen von Fachkräften und Mentorinnen und Mentoren
  • Integration evidenzbasierter Instrumente und Werkzeuge in den klinischen Alltag pädiatrischer Onkologiezentren in Europa
  • Erarbeitung politischer Empfehlungen zur nationalen Implementierung psychosozialer Standards 

 

Koordiniert wird das Projekt von SIOP Europe. Insgesamt vereint IMPACT-EU 17 Partnerorganisationen aus 14 europäischen Ländern – darunter Kliniken, Universitäten und Patientenvertretungen. Das dreijährige Projekt, das im Oktober gestartet ist, unterstützt die Ziele des EU4Health-Programms sowie die Prioritäten von Europe’s Beating Cancer Plan: die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten zu verbessern, Ungleichheiten in der Versorgung zu verringern und Kinder mit Krebs gezielt zu stärken.

 

 

Pressekontakt:

Daria Siverina
Stellv. Pressesprecherin am Universitätsklinikum Bonn (UKB)
Stabsstelle Kommunikation und Medien am Universitätsklinikum Bonn
Telefon: (+49) 228 287-14416
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 


Das Centrum für Integrierte Onkologie – CIO Bonn ist das interdisziplinäre Krebszentrum des Universitätsklinikums Bonn. Unter seinem Dach arbeiten alle Kliniken und Institute am Universitätsklinikum zusammen, die sich mit der Diagnose, Behandlung und Erforschung aller onkologischen Erkrankungen befassen. Das CIO Bonn gehört zum bundesweiten Netzwerk ausgewählter Onkologischer Spitzenzentren der Deutschen Krebshilfe. 2018 wurde aus dem seit 2007 bestehenden CIO Köln Bonn mit den universitären Krebszentren aus Aachen, Köln und Düsseldorf das "Centrum für Integrierte Onkologie - CIO Aachen Bonn Köln Düsseldorf" gegründet. Gemeinsam gestaltet dieser Verbund die Krebsmedizin für rund 11 Millionen Menschen.

Zum Universitätsklinikum Bonn: Im UKB werden pro Jahr über 480.000 Patient*innen betreut, es sind 8.800 Mitarbeiter*innen beschäftigt und die Bilanzsumme beträgt 1,5 Mrd. Euro. Neben den über 3.300 Medizin- und Zahnmedizin-Studierenden werden pro Jahr weitere 580 Frauen und Männer in zahlreichen Gesundheitsberufen ausgebildet. Das UKB steht im Wissenschafts-Ranking auf Platz 1 unter den Universitätsklinika (UK) in NRW, weist den vierthöchsten Case Mix Index (Fallschweregrad) in Deutschland auf und hatte 2020 als einziges der 35 deutschen Universitätsklinika einen Leistungszuwachs und die einzige positive Jahresbilanz aller Universitätsklinika in NRW.

 

 

 

 

 

 

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