Millionenförderung für innovative Lehrprojekte

Stiftung Innovation in der Hochschullehre fördert drei Projekte an der Medizinischen Fakultät Bonn mit insgesamt mehr als einer Million Euro

Bonn, 31- März – Die Medizinische Fakultät Bonn war bei der Förderung „Freiraum“ der Stiftung Innovation in der Hochschullehre erneut erfolgreich: Im April starten drei neue Lehrprojekte, die mit Künstlicher Intelligenz (KI) und digitalen Technologien praxisnahes Lernen im Medizinstudium stärken sollen. Insgesamt mehr als eine Million Euro erhalten die Teams der Universität Bonn und des Universitätsklinikums Bonn (UKB) für die Umsetzung ihrer Vorhaben.

 

Im Rahmen von „Freiraum“ fördert die Stiftung Innovation in der Hochschullehre experimentelle Lehrprojekte verschiedener Fächergruppen, die durch ihr Innovationspotenzial überzeugen. Aus dem Bereich Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften werden in der nun beginnenden Förderperiode bundesweit 21 Projekte unterstützt – drei davon sind an der Medizinischen Fakultät Bonn angesiedelt.

Die drei ausgewählten Projekte setzen auf Virtual Reality, KI und digitale Simulationen, um Studierenden realitätsnahe Lernumgebungen zu bieten: Mit einer Summe von rund 400.000 Euro fördert die Stiftung das Projekt V-RAY, das Studierenden mithilfe einer VR-Brille das Thema Strahlenschutz zugänglicher machen soll. 395.000 Euro erhält das KI-gestützte SkillsLab-Projekt der Augenklinik, in dem Studierende zum Beispiel operative Fertigkeiten trainieren können. Am Zentrum für Neurologie entsteht mit NOSI, dem Neurologischen Okulomotoriksimulator, eine digitale Trainingsmöglichkeit für die Untersuchung von Pupillenreaktionen und Augenbewegungen. Die Fördersumme beträgt 287.000 Euro.

Über den dreifachen Förder-Erfolg freut sich Prof. Bernd Weber, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn: „Die erneut mehrfache Förderung zeigt, wie viel Innovationspotenzial in der medizinischen Lehre unserer Fakultät steckt. Mit der Freiraum-Unterstützung der Stiftung können wir die Ausbildung in Bonn weiter zukunftsfähig gestalten.“
Auch Studiendekan Prof. Bernd Pötzsch betont die zunehmende Bedeutung innovativer Lehre: „Studieninhalte greifbar zu machen, ist in der Medizin besonders wichtig. Digitale Formate können unsere Studierenden dabei unterstützen, sich noch gezielter auf den Klinikalltag vorzubereiten.“

 

Mit Virtual Reality Strahlenschutz verstehen

Mit dem geplanten Projekt V-RAY möchte die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des UKB unter der Leitung von Prof. Dr. Eleni Gkika, Dr. Davide Scafa und PD Dr. Cas Dejonckheere neue Impulse für die Ausbildung im Strahlenschutz setzen. Mit einer VR-Brille sollen Studierende und Fachkräfte in realitätsnahen Szenarien aus der Strahlentherapie die Wirkung ionisierender Strahlung besser verstehen können. KI-gestütztes Feedback und Simulationen veranschaulichen Vorgänge wie Strahlungs-Aufnahme und -Streuung und ermöglichen es den Studierenden, Schutzmaßnahmen praxisnah zu üben. Langfristig will das Projektteam das Verständnis für Strahlenphysik vertiefen, Sicherheitskompetenzen stärken und die Ausbildung auf diesem Gebiet modernisieren.

 

KI-gestütztes Training in der Augenheilkunde

Das SkillsLab der Augenklinik des UKB ist eine Trainingseinrichtung für praktische Fertigkeiten in der Augenheilkunde. Im Rahmen der Freiraum-Förderung soll das SkillsLab um Simulationsübungen ergänzt werden. Durch die Kombination aus praktischen Übungen und KI-gestützter Software können Studierende ihre Fähigkeiten in einer sicheren Umgebung außerhalb des Klinikalltags trainieren. Vorgesehen sind Praxisstationen, an denen sie durch erlebbare Selbsterfahrungen Erkrankungen nachempfinden können, nicht-invasive Untersuchungen digital durchführen und operative, mikrochirurgische Fertigkeiten mit digitaler Unterstützung praktisch üben können.

Die neu zu entwickelnde KI-Software leitet die Studierenden zunächst in den einzelnen Schritten der Operation am Auge an. Anschließend zeichnet die Software die Übungs-Eingriffe auf und stellt den Studierenden eine Version zum Lernen zur Verfügung, in der die anatomischen Strukturen des Auges beschriftet sind. Geleitet wird das Vorhaben von Carolin Kettern, Stabstellenleitung Personalcontrolling und Digitalisierung am UKB. Prof. Frank Holz, Direktor der Augenklinik des UKB, führt aus: „Wir freuen uns, dass wir den Studierenden zukünftig eine Beteiligung an diesem innovativen, hochattraktiven Lehrprojekt anbieten können“.

 

Digitale Simulation neurologischer Augenuntersuchungen

Die Untersuchung von Pupillenreaktionen und Augenbewegungen ist ein zentraler Bestandteil der neurologischen Diagnostik – vor allem in der Notfallversorgung von Patientinnen und Patienten mit Koma, Schwindel oder Doppelbildern. Gerade bei diesen oft unspezifischen Symptomen kann sie entscheidende Hinweise auf schwerwiegende Ursachen wie Schlaganfälle oder Hirnblutungen liefern. Um pathologische Befunde korrekt zu erkennen und einzuordnen, bedarf es viel Übung. Da geeignete Patientinnen und Patienten nur begrenzt zur Verfügung stehen, entwickelt das Projektteam um PD Dr. Johannes Weller am Zentrum für Neurologie des UKB einen digitalen Simulator. Er soll Studierenden das Trainieren der Untersuchung ermöglichen. Das Projektteam möchte die Anwendung entwickeln, testen, ihren didaktischen Nutzen evaluieren und sie bundesweit kostenlos zur Verfügung stellen.

Prof. Tobias Raupach und sein Team vom Institut für Medizindidaktik der Universität Bonn haben die Antragstellenden bei der Planung und Beantragung ihrer Vorhaben unterstützt. „Das Interesse an dieser Förderlinie ist am UKB ungebrochen. Wir unterstützen nicht nur die Beantragung, sondern auch die erfolgreiche Durchführung und Evaluation der Projekte. Entscheidend ist am Ende, dass die Studierenden von den Innovationen profitieren.“

 

Über die „Freiraum“-Förderung

Die Förderlinie „Freiraum“ schreibt die Stiftung Innovation in der Hochschullehre seit 2022 aus. In der Förderperiode 2026 werden bundesweit 143 Projekte über einen Zeitraum von zwei Jahren gefördert – das gesamte Fördervolumen für die ausgewählten Projekte beträgt rund 46 Millionen Euro. Die Projekte wurden in einem wettbewerblichen, wissenschaftsgeleiteten Verfahren ausgewählt. Für die Projektauswahl wurden alle Anträge umfassend begutachtet, jeweils durch ein Hochschulmitglied mit Leitungsperspektive, eines mit studentischer Perspektive und eines mit Lehrenden-Perspektive.

Die 2020 gegründete Stiftung hat mit bis zu 150 Millionen Euro Fördergeld im Jahr das Ziel, qualitativ hochwertige und international wettbewerbsfähige Lehre an deutschen Hochschulen zu stärken. Sämtliche Mittel werden von Bund und Ländern zur Verfügung gestellt.

 

 

Weitere Informationen: stiftung-hochschullehre.de/foerderung/freiraum/

 

Kontakt:
Yasmin Kalkan
Kommunikationsbeauftrage Medizinische Fakultät
Universität Bonn
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

 


Das Centrum für Integrierte Onkologie – CIO Bonn ist das interdisziplinäre Krebszentrum des Universitätsklinikums Bonn. Unter seinem Dach arbeiten alle Kliniken und Institute am Universitätsklinikum zusammen, die sich mit der Diagnose, Behandlung und Erforschung aller onkologischen Erkrankungen befassen. Das CIO Bonn gehört zum bundesweiten Netzwerk ausgewählter Onkologischer Spitzenzentren der Deutschen Krebshilfe. 2018 wurde aus dem seit 2007 bestehenden CIO Köln Bonn mit den universitären Krebszentren aus Aachen, Köln und Düsseldorf das "Centrum für Integrierte Onkologie - CIO Aachen Bonn Köln Düsseldorf" gegründet. Gemeinsam gestaltet dieser Verbund die Krebsmedizin für rund 11 Millionen Menschen.

Zum Universitätsklinikum Bonn: Im UKB werden pro Jahr über 480.000 Patient*innen betreut, es sind 8.800 Mitarbeiter*innen beschäftigt und die Bilanzsumme beträgt 1,5 Mrd. Euro. Neben den über 3.300 Medizin- und Zahnmedizin-Studierenden werden pro Jahr weitere 580 Frauen und Männer in zahlreichen Gesundheitsberufen ausgebildet. Das UKB steht im Wissenschafts-Ranking auf Platz 1 unter den Universitätsklinika (UK) in NRW, weist den vierthöchsten Case Mix Index (Fallschweregrad) in Deutschland auf und hatte 2020 als einziges der 35 deutschen Universitätsklinika einen Leistungszuwachs und die einzige positive Jahresbilanz aller Universitätsklinika in NRW.

 

 

 

 

 

 

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