Neuartige Präzisionsstrategie in der Krebsbehandlung erhält EIC Pathfinder-Förderung

Bonner Forschende sind an Präzisionsstrategie in der Krebsbehandlung unter der Federführung von Utrecht beteiligt

Ein bahnbrechender Ansatz, der auf den Abbau von Membranproteinen in Krebszellen abzielt, wird vom Pathfinder-Programm des Europäischen Innovationsrats (EIC) gefördert. Das Ziel ist, bislang „nicht medikamentös behandelbare” Krebs-assoziierte Proteine durch selektiven Abbau gezielt zu bekämpfen und damit möglicherweise einen neuen Weg zur Überwindung der Resistenz gegen aktuelle Krebstherapien zu eröffnen.

Unter der Leitung von Madelon Maurice vom Zentrum für Molekulare Medizin, UMC Utrecht und dem Oncode Institute bringt das OutMARCH-Projekt Experten aus den Bereichen KI-basiertes Protein-Engineering, Krebsbiologie und Antikörperentwicklung zusammen. Das Team wird an der Entwicklung sogenannter SureTACs – bispezifischer Antikörper arbeiten, die speziell dafür entwickelt wurden, Oberflächenproteine abzubauen, die das Krebswachstum vorantreiben. Diese Technologie könnte eine effektivere und gezieltere Behandlungsoption bieten als herkömmliche Therapien, die aufgrund von Resistenzen und Nebenwirkungen oft nur begrenzt wirksam sind.

Das OutMARCH-Team möchte das Potenzial von MARCH E3-Ligasen nutzen. Diese spezialisierten Enzyme können spezifische Proteine auf Krebszellen anvisieren und abbauen. SureTACs bringen diese Enzyme in unmittelbare Nähe von Zielproteinen, das zu therapeutischen Zwecken abgebaut werden sollen. So möchte das Team eine Therapie entwickeln, die selektiv Krebszellen angreift und gleichzeitig die Schädigung von gesundem Gewebe minimieren kann. Eine große technische Herausforderung besteht darin, Einzeldomänen Antikörper oder AI-designte Proteine zu entwickeln, die an diese Klasse von Enzymen binden. Wenn dies gelingt, könnte dieser Ansatz einige der wichtigsten Herausforderungen in der Onkologie lösen, darunter die Resistenz gegen bestehende Krebsbehandlungen und die On-Target-Off-Tissue-Effekte, die gesunde Zellen schädigen können.

 

Zukünftige Auswirkungen auf die Krebsbehandlung und darüber hinaus

Das Projekt befindet sich zwar noch in einem frühen Stadium, hat aber das Potenzial, die Krebsbehandlung zu revolutionieren. Durch die gezielte Bekämpfung bisher unzugänglicher Krebsproteine könnte diese Technologie in Zukunft den Weg für wirksamere personalisierte Therapien ebnen.

„Unser Team freut sich darauf, gemeinsam daran zu arbeiten, das volle Potenzial der SureTACs-Technologie auszuschöpfen. Unser risikoreiches, aber vielversprechendes Projekt verspricht neue Strategien für die Krebsbehandlung, indem es sich sowohl auf die präzise Zielgenauigkeit als auch auf die Überwindung von Behandlungsresistenzen konzentriert. Dieser Ansatz könnte dazu beitragen, die nächste Generation personalisierter Krebstherapien zu gestalten“, sagt Madelon Maurice, Professorin für Molekulare Zellbiologie an der UMC Utrecht.

Das langfristige Ziel des Teams ist die Entwicklung einer skalierbaren Plattform für den Proteinabbau, die zur Behandlung einer Vielzahl von Krankheiten eingesetzt werden kann, darunter Krebs, Autoimmunerkrankungen und chronische Entzündungen. Diese Forschung hat das Potenzial, über das Labor hinauszugehen und bietet die Möglichkeit für zukünftige klinische Anwendungen.

„Wir generieren für dieses Projekt Einzeldomänen-Antikörpern aus Alpakas gegen die Ubiquitin E3-Ligasen. In funktionellen Screens werden wir des Weiteren helfen, die besten Kombinationen von Biomolekülen für das Design von SureTACs zu identifizieren“, erläutert Prof. Florian I. Schmidt vom Institut für angeborene Immunität am Universitätsklinikum Bonn (UKB), der auch Mitglied des Exzellenzclusters ImmunoSensation3 sowie des Transdisziplinären Forschungsbereich (TRA) „Life & Health“ der Universität Bonn ist.

 

Partner und Zusammenarbeit

Das OutMARCH-Projekt bringt ein vielfältiges und interdisziplinäres Team von Forschern zusammen. Das Projekt wird von Prof. Madelon Maurice vom UMC Utrecht und dem Oncode Institute geleitet und umfasst wichtige Kooperationspartner wie Dr. Danny Sahtoe (Hubrecht Institute), Prof. Florian Schmidt (UKB und Universität Bonn), Prof. Thorsten Zenz (Universität Zürich) und das Biotech-Startup Laigo Bio.

Gemeinsam arbeiten diese Experten für Krebsbiologie, Protein-Engineering, Antikörperentwicklung und klinische Forschung daran, die Entwicklung der SureTACs-Technologie voranzutreiben. Durch ihre interdisziplinäre Zusammenarbeit wird dieser innovative Ansatz zur Bekämpfung schwieriger Krebsarten eingesetzt, darunter therapieresistente B-Zell-Lymphome und Magen-Darm-Krebs.

 

Projektziele

Die Hauptziele des OutMARCH-Projekts umfassen:

- Entwicklung einer Plattform für den gezielten Abbau von krankheitsverursachenden Proteinen bei Krebs.
- Nachweis der Wirksamkeit und Entwicklung von Ansätzen für die Behandlung von B-Zell-Leukämie und Magen-Darm-Krebs
- Überwindung aktueller Herausforderungen in der Krebsbehandlung, wie Therapieresistenz und Nebenwirkungen.
- Schaffung einer skalierbaren, modularen Technologie, die in Zukunft auf eine Vielzahl von Krankheiten angewendet werden kann.

 

Novel precision strategy in cancer treatment receives EIC Pathfinder grant (ENG. PDF-Download) 

 

 


Das Centrum für Integrierte Onkologie – CIO Bonn ist das interdisziplinäre Krebszentrum des Universitätsklinikums Bonn. Unter seinem Dach arbeiten alle Kliniken und Institute am Universitätsklinikum zusammen, die sich mit der Diagnose, Behandlung und Erforschung aller onkologischen Erkrankungen befassen. Das CIO Bonn gehört zum bundesweiten Netzwerk ausgewählter Onkologischer Spitzenzentren der Deutschen Krebshilfe. 2018 wurde aus dem seit 2007 bestehenden CIO Köln Bonn mit den universitären Krebszentren aus Aachen, Köln und Düsseldorf das "Centrum für Integrierte Onkologie - CIO Aachen Bonn Köln Düsseldorf" gegründet. Gemeinsam gestaltet dieser Verbund die Krebsmedizin für rund 11 Millionen Menschen.

Zum Universitätsklinikum Bonn: Im UKB werden pro Jahr über 480.000 Patient*innen betreut, es sind 8.800 Mitarbeiter*innen beschäftigt und die Bilanzsumme beträgt 1,5 Mrd. Euro. Neben den über 3.300 Medizin- und Zahnmedizin-Studierenden werden pro Jahr weitere 580 Frauen und Männer in zahlreichen Gesundheitsberufen ausgebildet. Das UKB steht im Wissenschafts-Ranking auf Platz 1 unter den Universitätsklinika (UK) in NRW, weist den vierthöchsten Case Mix Index (Fallschweregrad) in Deutschland auf und hatte 2020 als einziges der 35 deutschen Universitätsklinika einen Leistungszuwachs und die einzige positive Jahresbilanz aller Universitätsklinika in NRW.

 

 

 

 

 

 

Sprechstunden

Sprechstunde der Chirurgie zu Leberkrebs

Sprechstunde der Chirurgie zu Leberkrebs

Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie

Zeit
Freitag
08:30 - 16:00 Uhr

Kontakt und Anmeldung
unter +49 (0) 228 287-15801
oder petra.lambert@ukbonn.de

Ansprechpartner*in
Prof. Dr. Manekeller, Prof. Dr. Matthaei

Sprechstunde der Medizinischen Klinik I zu Leberkrebs

Sprechstunde der Medizinischen Klinik I zu Leberkrebs

Medizinische Klinik und Poliklinik I - Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie, Nephrologie, Endokrinologie, Diabetologie

Zeit
täglich
08:00 - 14:00 Uhr

Kontakt und Anmeldung
unter+49 (0) 228 287-17017, +49 (0) 151 440 48541 

Ansprechpartner*in
Prof. Strassburg, PD Dr. Gonzalez-Carmona

Sprechstunde der Medizinischen Klinik III zu Leberkrebs

Sprechstunde der Medizinischen Klinik III zu Leberkrebs

Medizinische Klinik und Poliklinik III - Innere Medizin mit den Schwerpunkten Onkologie, Hämatologie, Immunonkologie, Stammzelltransplantation und Rheumatologie

Zeit
Donnerstag
08:30 - 13:00 Uhr

Kontakt und Anmeldung
unter +49 (0) 228 287-17000 , +49 (0) 228 287-17050

Ansprechpartner*in
Dr. Mayer, Prof. Dr. Feldmann

Sprechstunde der Nuklearmedizin für Radioembolisation / selektive interne Radiotherapie (SIRT) bei Leberkrebs

Sprechstunde der Nuklearmedizin für Radioembolisation / selektive interne Radiotherapie (SIRT) bei Leberkrebs

Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin

Zeit
täglich
08:00 - 13:00 Uhr

Kontakt und Anmeldung
unter +49 (0) 228 287-16171 

Ansprechpartner*in
Prof. Essler

Sprechstunde der Medizinischen Klinik I zu Gallengangskrebs

Sprechstunde der Medizinischen Klinik I zu Gallengangskrebs

Medizinische Klinik und Poliklinik I - Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie, Nephrologie, Endokrinologie, Diabetologie

Zeit
täglich
08:00 - 14:00Uhr

Kontakt und Anmeldung
unter +49 (0) 228 287-17017, +49 (0) 151 440 48541  

Ansprechpartner*in
Prof. Strassburg, PD Dr. Gonzalez-Carmona

Sprechstunde der Medizinischen Klinik III zu Immunonkologie/ Immuntherapien

Sprechstunde der Medizinischen Klinik III zu Immunonkologie/ Immuntherapien

Medizinische Klinik und Poliklinik III - Innere Medizin mit den Schwerpunkten Onkologie, Hämatologie, Immunonkologie, Stammzelltransplantation und Rheumatologie

Zeit
Dienstag und Donnerstag
08:00 - 12:00 Uhr

Kontakt und Anmeldung
unter +49 (0) 228 287-17000, +49 (0) 228 287-17050

Ansprechpartner*in
Univ.-Prof. Dr. Heine, Dr. Holderried

Sprechstunde der Humangenetik/ Klinisch-Genetische Ambulanz zu erblichen Tumorsyndromen

Sprechstunde der Humangenetik/ Klinisch-Genetische Ambulanz zu erblichen Tumorsyndromen

Institut für Humangenetik / MVZ Venusberg

Zeit
Montag - Freitag
08:00 - 13:00 Uhr

Kontakt und Anmeldung
unter +49 (0) 228 287-51000

Ansprechpartner*in
Team Prof. Aretz

CIO-Patientenlotsen

CIO-Patientenlotsen

Sofern die Patient*innen von ihrem behandelnden Arzt nicht direkt an eine Klinik zugewiesen werden, stehen die CIO-Patientenlotsen als Erstkontakt und Ansprechpartner*innen im CIO Bonn zur Verfügung.

Patientenlotsen CIO 2016 Centrum für Integrierte Onkologie Bonn (CIO)
Abteilung für Integrierte Onkologie
Centrum für Integrierte Onkologie (CIO)
Gebäude 20
Universitätsklinikum Bonn
Venusberg-Campus 1
D-53127 Bonn

Zeit
Montag - Freitag
08:00 - 15:30 Uhr

Kontakt und Anmeldung
Tel.: +49 (0) 228 287 – 17059
Fax: +49 (0) 228 287 – 9080052

E-Mail: CIO@ukbonn.de

Ansprechpartner*innen
Herr Univ.-Prof. Dr. Schmidt-Wolf
Direktor der Abteilung für Integrierte Onkologie

Herr Gluch, Dipl. Ges.-Ök.
Leiter Qualitätsmanagement und Kommunikation

Zertifiziert nach ISO 9001:2015

Zertifikat Leberkrebszentrum

Zertifikat Viszeralonkologisches Zentrum

Die Behandlungsqualität im Leberkrebszentrum ist über das Onkologische Zentrum im CIO Bonn DKG-zertifiziert.

ISO Zertifikat 9001:2015

Weitere Informationen zum Thema Leberkrebs

Diagnose und Therapie im CIO

Klinische Studien

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CIO – Aachen, Bonn, Köln, Düsseldorf
› CIO Bonn
 

Molekulare Diagnosik

Erfahren Sie mehr über die Molekulare Diagnostik, die Strukturen des ZPM Bonn, sowie die Abteilung für Molekularpathologische Diagnostik.


Das CIO Bonn ist Teil des Krebszentrums CIO Aachen Bonn Köln Düsseldorf.
Lesen Sie mehr darüber auf der gemeinsamen Webseite des Centrums für Integrierte Onkologie Aachen Bonn Köln Düsseldorf.

Kooperationspartner*innen des Leberkrebszentrums im CIO Bonn

 

 

 

Abkürzungen & Infos


DKG
= Deutsche Krebsgesellschaft
ISO 9001 = Norm für Qualitätsmanagement

Alle Organkrebszentren im CIO Bonn haben Netzwerke mit Partner-Kliniken und niedergelassenen Onkologen aufgebaut.
Weitere Informationen zu den Zentren und ihren Kooperationspartnern finden Sie auf der Webseite der jeweiligen Zentren.

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