TRAVAST CSG-647
DRKS TBC
Transkutane Vagusnerv-Stimulation als Add-on-Therapie versus alleinige Pharmakotherapie: eine multizentrische, randomisierte, dreifach verblindete und kontrollierte Studie, Phase 2/3.
aktiv
|Lokalisationsbezogene (fokale) (partielle) symptomatische Epilepsie und epileptische Syndrome mit komplexen fokalen Anfällen
|Phase II-III
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Diagnose (ICD-10-GM): G40.2
Diagnose: Lokalisationsbezogene (fokale) (partielle) symptomatische Epilepsie und epileptische Syndrome mit komplexen fokalen Anfällen
Alter: ab 18 bis 65
Primäres Studienziel
Das Studienziel ist eine umfassende Bewertung des Nutzens der transkutanen Vagusnerv-Stimulation (t-VNS) als Add-on-Therapie zur bestehenden Pharmakotherapie bei Patienten mit pharmakoresistenter Epilepsie durchzuführen, die für einen epilepsiechirurgischen Eingriff ungeeignet sind oder diesen ablehnen.
Sekundäre Studienziele
Primärer Endpunkt:•Veränderung des Anfallsgeschehens 52±2 Wochen nach Behandlungsbeginn (Monat 12: Periode von vier Wochen) gemessen als Anteil an Patienten mit einer Reduktion der mittleren Anfallshäufigkeit um mindes-tens 50 % im Vergleich zum Ausgangswert (Baseline: Periode von vier Wochen) zwischen den Behandlungs-methodenSekundäre Endpunkte:•Anfallshäufigkeit:oAnteil an Patienten mit einer Reduktion der An-fallshäufigkeit um mind. 25%, 75% im Vergleich zum Ausgangswert•Anfallsfreiheit: Anteil an Patienten, die für mind. drei Monate frei von Anfällen sind•Retentionsrate: Anteil an Patienten, die die Behandlung zu Woche 12±2, 20±2, 36±2 und 52±2 weiterhin fortset-zen•Anfallsschwere: Veränderung der Anfallsschwere ge-messen über den Liverpool Seizure Severity Scale (LSSS)•Gesundheitsbezogene LQ: Veränderung der Lebens-qualität gemessen über den Quality of Life in Epilepsy Inventory (QOLIE-31)•Unerwünschte Ereignisse/Mortalität, SUDEP (plötzliche Todesfälle): Anteil Patienten mit non-serious, serious und produktbezogene unerwünschte Ereignisse•Bewältigung von Alltagsaktivitäten: Veränderung in der Bewältigung von Alltagsaktivitäten gemessen über den QOLIE-31)•Morbidität:oVeränderung von Angststörungen gemessen über den Generalized Anxiety Disorder-7 (GAD-7)oVeränderung depressiver Anzeichen gemessen über den Beck Depressions Inventar-II (BDI-II)oVeränderung des Risikos einer Suizidalität ge-messen über BDI-IIoVeränderung der kognitiven Fähigkeiten ge-messen über den Montreal Cognitive Assesse-ment (MoCa)
Einschlusskriterien
Patienten im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, einwilligungsfähig•Vorliegen einer eigenhändig datierten und unterzeichneten Einverständniserklärung durch den Patienten•Compliance des Studienteilnehmers•Bereitschaft zur Teilnahme an der einjährigen FU-PhaseStudienprotokoll TRAVAST Version 0.13 vom 04.09.2025 Seite 28 / 51•Patienten mit pharmakoresistenter Epilepsie und klinisch manifesten Anfällen, wie z. B.:•Fokale Anfälle ohne Bewusstseinsverlust•Fokale Anfälle mit Bewusstseinsverlust•Fokal zu bilateral tonisch-klonische Anfälle•Generalisiert tonisch-klonische Anfälle•Patienten, bei denen trotz adäquater Therapieversuche mit mindestens zwei ver-träglichen, geeigneten und angemessen angewendeten Anfallssuppressiva (ent-weder als Monotherapie oder in Kombination) über einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten keine anhaltende Anfallsfreiheit erzielt wurde•Auftreten von durchschnittlich mindestens drei Anfällen pro Monat und höchstens 21 aufeinanderfolgenden anfallsfreien Tagen in den letzten drei Monaten•Stabile Einnahme von Anfallssuppressiva seit mindestens fünf Wochen vor Studien-beginn und während der gesamten Studienteilnahme•Patienten, die für einen (weiteren) resektiven epilepsiechirurgischen Eingriff ungeeignet sind oder diesen ablehnen
Ausschlusskriterien
•Schwangere oder stillende Frauen sowie Frauen im gebärfähigen Alter, die keine zuverlässige, anerkannte Verhütungsmethode anwenden•Vorliegen von ≥1 Status epilepticus innerhalb der sechs Monate vor Studienein-schluss•Auftreten einer Anfallsserie innerhalb der letzten sechs Monate, d. h. mehrere epi-leptische Anfälle, die in der Regel innerhalb weniger Stunden oder eines Tages teils ohne klare Pause hintereinander auftreten und somit die Bestimmung der monat-lichen Anfallsfrequenz erschweren•Unzuverlässige oder unvollständige Anfallsdokumentation innerhalb der letzten sechs Monate•Zusätzlich bestehende psychogene nicht-epileptische Anfälle, falls diese vom Pati-enten nicht klar von den epileptischen Anfällen differenziert werden können•Aktuell implantiertes Neurostimulationssystem (Vagusnerv-Stimulation, Tiefen-hirn-Stimulation, Fokale Kortexstimulation)•Patienten mit vorheriger t-VNS Erfahrung•Anatomische Anomalien, die das erfolgreiche Einsetzen der Ohrelektrode verhin-dern•Abhängigkeitserkrankungen gemäß DSM-V•Schwerwiegende psychiatrische Erkrankungen gemäß DSM-V wie z. B. schwere Depression oder Schizophrenie•Patienten mit aktiver Psychose (ausgenommen postiktale Psychose), Major De-pression oder Suizidversuch im letzten Jahr•Fortschreitende neurologische Erkrankungen, inkl. z. B. zerebrovaskulärer Degene-ration•Bradykarde Herzrhythmusstörungen, Asthma, schweres obstruktives Schlafapnoe-syndrom (OSAS), schwere Refluxerkrankung•Aktuell laufende, geplante oder innerhalb der letzten sechs Monate abgeschlos-sene onkologische Behandlung•Patienten, die gleichzeitig mit hochdosierten Kortikosteroiden oder anderen Medi-kamenten behandelt werden, die nachweislich signifikante Auswirkungen auf die Struktur oder Funktion des zentralen Nervensystems haben•Durchgeführte zervikale Vagotomie•Vorliegen eines zerebralen Shunts (z. B. ventrikuloperitonealer, ventrikuloatrialer oder lumboperitonealer Shunt)•Vorliegen einer Hauterkrankung wie Infektion, Psoriasis oder Ekzem im Behand-lungsbereich•Anwendung eines aktiven Implantats, wie z. B. Herzschrittmacher, Defibrillator, Neurostimulator, Cochleaimplantat oder Arzneistoffapplikationsgerät•Chronische neurologische Erkrankungen ausgenommen Epilepsie und Migräne•Patienten mit einem instabilen medizinischen Zustand (einschl. kardiale Erkran-kungen, Alkohol- und/oder Drogenabusus•Patienten, die bereits in anderen Interventionsstudien eingeschlossen sind




